Historie der Unterhaltungskunst

Historie der Unterhaltungskunst

TV als Gipfel der Unterhaltskunst? Oder doch nicht? Mittlerweile erzielt die Künstlerbranche 130 Milliarden Euro Umsatz jährlich, umfasst etwa 240.000 Unternehmen; 97 % davon sind Freiberufler oder Kleingewerbe, wobei der Frauenanteil etwas über 50 % liegt, Tendenz steigend.

Wir alle kennen die aufwendigen Revues der glänzenden 20er und 30er Jahre, Music Halls aus den 40ern, die Tanzpaläste der 50er-Jahre. Einige dieser Etablissements haben sich bis heute gehalten, man denke an große, weltberühmte Namen wie das Moulin Rouge in Paris, GOP, Zirkus Roncalli, Cirque de Soleil, Krystallpalast Leipzig, Frankfurter Wintergarten oder das Hamburger Hansatheater.

Mit der industriellen Revolution veränderten sich Arbeitsbedingungen und Freizeitbeschäftigungen der Menschen weltweit sehr schnell. Zirkusse, Varietés, Revues, Unterhaltungspaläste, Theater und Vergnügungsparks machten Furore. Spätestens ab Erfindung des Kinos und des Fernsehens nahm der Anteil an Live-Unterhaltung ab. Heutzutage gehen Künstler auf Tournee, sind aber danach im TV, im Internet und auf Blue Ray DVDs zu bewundern. Allerdings mit einem großen Unterschied: Sämtliche moderne Technik schafft es bislang nicht, den Duft der Artistenwelt, das Vibrieren der Wände durch den Applaus und das Kribbeln auf der Haut einzufangen.

Wo beginnt jedoch Unterhaltskunst wirklich? Bei den Jonglierern im alten Ägypten, wo man Stroh- und Lederbälle benutzten oder den alten Griechen, die Vasen auf dem Kopf balancierten? Oder vielleicht erst mit den germanischen Barden im Mittelalter? Vergessen wir nicht die indischen Tempeltänzerinnen und die afrikanischen Musikdarbietungen vor der Kultgemeinde. Wie steht es mit all den zahllosen lächelnden Showgirls, mit den Lachnummern? Von Elvis Presley über Michael Jackson und die Wiener Philharmoniker, von Hollywoodfilmen über Goethe und Schiller: All dies ist Unterhaltung. Aber auch Schriftsteller, Bildhauer, Filmemacher, Opernsänger, DJs, Lyriker, Designer, Schauspieler, Puppenspieler, Jahrmarktsdarsteller, digitale Kunst und neue Medien gehören dazu. Unterhaltskünste können schöne Künste, besondere Fähigkeiten oder körperliche Besonderheiten sein. Anderssein als die Außenwelt, mit kreativem Selbstausdruck die Kunstfreiheit genießen und schließlich das Produkt seiner künstlerischen Arbeit präsentieren, um andere Menschen damit zu unterhalten.

Heutzutage unterliegen alle Künstler, d. h. alle Tätigkeit aus dem Bereich der Unterhaltungskunst dem sogenannten Künstlersozialversicherungesetz, denn Künstler sein besitzt auch eine kommerzielle Seite. Wer sich zum Thema Unterhaltungskunst informieren möchte, kann die Berliner Popkomm besuchen, eine der weltgrößten Messen der Unterhaltungsmusik, Stipendien und Förderpreise wahrnehmen oder eine Fachschule für Artistik besuchen. Viele Menschen träumen davon, künstlerisch oder artistisch tätig zu sein, neue Talente zu entdecken, einmal mitzumachen und vielleicht irgendwann einmal selbst im Rampenlicht zu stehen.