Schattenspiele mit Händen

Schattenbilder mit Händen

Schattenspieler müssen viele Qualitäten in sich vereinigen: Koordination, Fantasie, Interpretation und vor allen Dingen eine überwältigende Fingerfertigkeit. Am besten probiert man es selbst einmal aus, Dinge, Personen oder Tiere in Bewegung zu versetzen. Zum Beispiel einen fliegenden Schmetterling: Die Hände ausbreiten, wobei beide Handflächen zum Gesicht zeigen, Daumen einhaken. Durch Auf- und Abbewegen der Finger sieht es dann aus, als ob ein Schmetterling fliegt. Tierschatten kann man sprechen lassen, Schattenpersonen husten, , niesen, lachen oder kämpfen lassen. Für das erste Ausprobieren eines Schattentheaters reicht ein aufgehängtes Bettlaken oder eine weiße Leinwand mit einer hinter sich stehenden Lichtquelle wie z. B. eine Leselampe, eine Schreibtischlampe, ein Tageslichtprojektor oder eine punktförmige Taschenlampe. Profis benutzen Halogenstrahler vor einer großflächigen Leinwand, um Schattenbilder mit den Händen an die Wand zu bannen. Häufig bedient man sich musikalischer Unterstützung, idealerweise wird eine Show auch von Farbeffekten, Rauch und verschiedenen Bühnenbildern begleitet, um den letzten Schliff zu verleihen.

Mittlerweise existieren sogar Dutzende von Handy-Apps für Krabbe, Hirsch, Elefant, Kamel, Giraffe, Gans, Schnecke, Schwein, Kaninchen, Wolf, Schildkröte, Papagei und viele andere. Viel lustiger wird die Aktivität natürlich, wenn man seine Vorstellungskraft und seine eigenen Hände benutzt. Viele Experten schlagen Schattenspiele sogar als Unterrichtungsanregung für Kinder vor. Es wird versucht, möglichst interessante Schattenfiguren mit seinen Fingern zu erzeugen, wobei besonders Kinder ihre gelungenen Beispiele fotografieren dürfen.

Shadow-Profi Phil Shadow verrät: Man muss die Welt in den Fingerspitzen haben; bis dorthin ist es allerdings ein weiter Weg. Stundenlang muss geübt und geformt werden, Stil und Bewegungen studiert und trainiert werden. Eine leere, weiße Leinwand, eine Lichtquelle, ein paar Hände reichen nicht aus. Schon von Kindheit an wollte ich Schauspieler oder Zauberer werden. Bereits während meiner Schulzeit nahm ich an einer Schauspielgruppe dar, eignete mir erste Erfahrung mit Schattenbildern im Zauberzirkel an. Später arbeitete ich dann im Leipziger Kulturhaus und ließ mich immer wieder von den Artisten und ihren Shows beeindrucken, bis ich dann selbst Rollschuhakrobat und später professioneller, internationaler Handschattenspieler mit meiner Shadowshow wurde. Es ist jedoch schwieriger, als es aussehen mag, eine Fantasiewelt auf die weiße Leinwand zu produzieren, Schatten tanzen zu lassen und verschwinden zu lassen, Riesengestalten wachsen oder Menschen zum Winzling schrumpfen zu lassen. Probieren Sie es ruhig mal aus; aber seien Sie gewarnt: Es fordert volle Konzentration. Viel Arbeit und Eigeninitiative stecken dahinter, um ein Profi zu werden und schließlich Top-Arbeiten wie Werbefilme präsentieren zu können wie z. B. Die Zukunft der Welt liegt in den Händen unserer Kinder für Jane Goodall.